Über mich

Jahrgang 1969

Schon seit ich denken kann wusste ich nie so richtig wer ich bin. Fremd im eigenen Körper war nur teilweise zutreffend. Ich war nie allein im Kopf, es gab immer Stimmen die mich begleiteten, die alles kommentierten was ich sagte oder tat. Die Stimmen gibt es heute noch, sie kommentieren immer noch.

Nach einigen „Verirrungen“ lernte ich einen Beruf dessen Ausbildung ich beendete. Dann wurde ich schwanger, heiratete und bekam im Abstand von 15 Monaten 2 Kinder. Dass die Ehe eine Reinszenierung erlebter Traumata war wusste ich nicht. Dass es nicht normal sein kann seine Kinder zu umarmen und innerlich nichts zu fühlen das war mir klar. Nicht dass ein falsches Bild entsteht, ich liebe meine Kinder sehr und bei meinen Kindern kam es wohl auch immer an dass ich sie liebe. Wie mir dies gelingen konnte wo ich selbst doch nichts fühlte ist mir auch heute noch ein Rätsel. Die Ehe endete als die Kinder 4 und 5 Jahre alt waren.

Als die Kinder beide bereits in die Schule gingen änderte ich meinen Beruf. Ich machte Fortbildungen, Qualifikationen und arbeitete in einem mittelgroßen Unternehmen in verantwortungsvoller Stelle. Ich verdiente gut. Dieser Job und meine beiden Kinder die mich brauchten, die sich auf mich verlassen können mussten waren mein Anker.

Irgendetwas brodelte im Untergrund die ganzen Jahre, ich wusste nur nicht was. Im Job geriet ich in eine Mobbingsituation, eine sehr lang andauernde Mobbingsituation. Anker 1 wankte bedrohlich. Beide Kinder in der Pubertät, nicht mehr lange bis zur Volljährigkeit. Anker 2 geriet zunehmend ins wanken. Dann passierte was so viele berichten: Mein Körper zog aus Tempo 180 heraus die Handbremse. Körperlicher und emotionaler Zusammenbruch.

Es folgte ambulante Verhaltenstherapie, 2 Klinikaufenthalte die mir die Diagnosen „Borderline Persönlichkeitsstörung„, „rezidivierende schwere Depression“, „komplexe Posttraumatische Belastungsstörung“ sowie „dissoziative Störung“ einbrachten.

2 Jahre später wechselte ich das Bundesland, war dann mit oben genannten Diagnosen von 2014 bis Ende 2017 insgesamt 5x in der Klinik, Behandlung nach oben genannten Diagnosen. Jedoch war der Erfolg der Behandlungen nur kurzfristig wenn überhaupt vorhanden. Seit September 2017 neue Therapeutin. Dank dieser Therapeutin wurde endlich die Diagnose DIS gestellt.

Nun bin ich hier und wünsche mir einen ehrlichen, respektvollen Austausch. Ich bin dabei die Scherben die MICH ausmachen zusammen zu sammeln.