Wenn nichts mehr geht

Jeder einzelne Tag ein Kampf, mal mehr, mal weniger.
Seit einer Woche geht so gut wie gar nix mehr.
Termine werden abgesagt, Menschen zurück gestoßen, Kommunikation mit egal wem total verweigert. Wir sind zu kraftlos um irgendetwas zu tun, auch der Haushalt bleibt weitestgehend liegen.

Irgendwann im Laufe des letzten Donnerstages, der Nacht davor bzw der Nacht zu Freitag, ich weiß es nicht genau weil ich viel zu dissoziativ bin……irgendwann um diesen Dreh herum, da sollte irgendjemand von uns etwas tun. Eine Pubertierende. Sie wollte nicht und tat es nicht, verweigerte sich…….
Ab Freitag fühlte es sich an, als ob uns der Stecker gezogen worden wäre.
Wir reden fast nix mehr. Und das wenige das doch geredet wird, wird vom Innen so ausgelegt als ob niemand wirklich ernsthaftes Interesse an uns hat, wir total überflüssig sind und niemand uns je vermissen würde wenn es uns nicht gäbe.
ICH weiß, dass das nicht so ist, aber diejenigen die das im Innen so kommunizieren, die tun das dermaßen überzeugend, dass die absolute Mehrheit es glaubt.
Viele Bereiche sind plötzlich so dunkel im Innen, als ob der Strom abgeschaltet worden wäre. Und unsere „Feuerwehrfrau“ ist nicht auffindbar……wie vom Erdboden verschluckt.

All das beunruhigt mich. Es sollte mich eigentlich ängstigen, ich bin jedoch viel zu müde und Energielos um Angst zu haben. Mit Mühe und Not schaffe ich es, irgendwann vormittags aus dem Bett zu kriechen, Medikamente zu nehmen, Kimon zu versorgen, um dann völlig platt auf dem Sofa zu liegen und Löcher in die Wand zu starren. Kimon ist irgendwie auch komisch…….er begleitet mich sogar auf die Toilette, als ob er auf mich/uns aufpassen müsste. Er liegt im Bett plötzlich so, dass er Körperkontakt mit uns hat, manchmal liegt er auch vor dem Bett auf dem Boden, so dass ich fast auf ihn drauf trete wenn ich aufstehen muss zbsp um auf Toilette zu gehen……
Das macht er sonst definitiv nicht. Ok, uns ins Bad begleiten macht er ab und an schon, aber nicht so extrem wie jetzt.
Er fordert uns immer wieder penetrant auf, mit ihm zu spielen. Dafür haben wir aber keinen Nerv. Wir schleppen uns dann in den Garten und lassen ihn Gehorsamsübungen machen…..im Kreis um uns laufen, bei Fuß Slalom laufen, langsam laufen, Seitenwechsel, Sitz, Platz, Bleib und er macht so begeistert mit also ob er sagen wolle „Gott sei Dank ist sie aufgestanden“. Nach maximal 10 Minuten liegen wir wieder auf dem Sofa.
Wir rauchen nicht mal mehr die Hälfte dessen was wir normalerweise rauchen, weil uns das aufstehen und raus gehen zum Rauchen zu mühsam und anstrengend ist.

Ich kann mich nicht daran erinnern, wann es jemals soooooo krass war mit „nix geht mehr“………
Und warum ich das jetzt schreibe, bzw geschrieben habe, weiß ich auch nicht. Ich lass es jetzt halt mal so stehen…….

2 Kommentare zu „Wenn nichts mehr geht

  1. Hallo ihr,
    hatten gerade ähnliche Tage. Nix ging. Viel liegen. Kein Gefühl. Wie in Beton gegossen.
    Ja, erschöpft. Tief erschöpft vom immer wieder und es schwer ist trotzdem im Alltag. Jeden Tag. Das macht erschöpft und das kann nicht mehr kommt heraus in echt.
    Wir kommen seit heute etwas besser raus. Aber…. Ja, Alltags Fähigkeit ist nicht alles…

    Gefällt 1 Person

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