Umgang mit Todesangst??

Wir sind Ende letzter Woche ziemlich satt abgestürzt.
Ausgelöst durch das, was aufgrund der Pandemie im Aussen gerade so abgeht.

Die Demo in Berlin wurde vom Senator verboten, bei uns im Innen „jetzt wird schon verboten dass man seine Meinung offen sagen darf!“ , „wenn die verbieten dass die sich zum demonstrieren treffen dann werden wir sicher bald alle wieder eingesperrt“….so von eher Kleineren in uns, Teenies.
Die Revoluzzer eher „ja klar, da behaupten alle, die Grundrechte wären ja gar nicht mehr eingeschränkt und was ist das? Grundrechtseinschränkung!“
Nicht einzusortierende Innens „Wir müssen uns an die Regeln halten, wir dürfen nicht mehr raus wenn wir uns nicht an die Regeln halten, wir werden bestraft!“

Dann wurde auf den letzten Drücker die Demo ja erlaubt und dann passierte was sehr sehr krasses:
Wir glauben ja den Mainstream Medien nicht ungefiltert alles was die so erzählen, also haben wir Livestreams auf youtube gesucht. Von mehreren verschiedenen, um einen möglichst umfassenden Einblick zu bekommen. wir switchten dann immer mal wieder zwischen den verschiedenen Streams herum, hatten immer nur einen mit Ton und die anderen lautlos nebenher laufen.
Allein dieses vorgehen ja schon merkwürdig……

Ja und dann war es wie ein Zwang! Irgendjemand MUSSTE schauen und diesem jemand ging es wohl weniger um die Demonstranten an sich, sondern um die Polizisten und ihr Verhalten.
Das gute an streams, man kann sie anhalten und nochmal ein wenig zurück gehen, was des öfteren notwendig war um nicht komplett durchzudrehen.

Die Vollmontur der Polizisten hat bei irgendjemandem krasse Panik ausgelöst und gleichzeitig musste dieses Innen wirklich zwanghaft schauen wie die Polizisten sich verhalten. Und ja, es gab einige sehr unschöne Szenen mit Polizeigewalt.

Diese Panik zu händeln war nicht einfach, zeitweise war es Todesangst, vor allem bei den unschönen Szenen. Aber ausmachen war auch nicht möglich.

Was noch am besten funktioniert hat war, die Szene öfters anzuschauen um vielleicht erkennen zu können, warum der/die Polizisten so agiert haben, wie sie es taten.
Beispiel Reichstag, da waren Anfangs ja nur 3 Polizisten, ein älterer mit Funkgerät aber ohne sonstige Montur, ein mittel alter und ein noch recht Junger der mit dem Schlagstock richtig losgeknüppelt hat und auch getreten hat nach den Menschen. Beim wiederholten anschauen sah ICH, dass diesem jungen Polizisten die nackte Angst im Gesicht stand und es gelang mir nach Innen zu fragen, ob betreffendes Innen sehen könne dass der Polizist Angst hat und ob es sein könne dass er aus Angst so drauf schlägt. Das schien auch irgendwie zumindest ein kleines bißchen anzukommen.

Bei Situationen, in denen kein erkennbarer Grund wie zbsp Angst sichtbar war und das Innen überzeugt war, dass die Polizei das nur macht um zu quälen und weil sie gerne quälen, war ICH manchmal froh, wenn ich beim wiederholten anschauen sehen konnte dass zbsp ein Kollege den rabiaten Polizisten immer wieder nach hinten zog um ihm zu signalisieren dass er nicht so brutal sein müsse/solle und ich nach Innen sagen konnte „ja ich weiß auch nicht warum der so brutal ist, aber schau es sind nicht ALLE so, weil der ja von seinem Kollegen immer wieder zurückgezogen wird damit er nicht mehr so drauf haut“

Auch das schien zumindest manchmal ein bißchen anzukommen.

Was sich aber immer wieder wiederholte und auch jetzt immer noch so ist, …….
Es wird ständig gesagt „wenn man sich nicht an die Regeln hält kommt die Polizei und quält einen oder nimmt einen mit und Foltert und niemand hilft!“ Verbunden mit echter Todesangst. Im hier und jetzt bedeutet das, dass sobald ich mit Kimon Gassi gehen will, erstmal geschaut wird ob vielleicht ein Streifenwagen in der Nähe ist, weil Regel ist ja grade Maske tragen und wir tragen keine Maske, also wird uns die Polizei holen und foltern, so die tiefste Überzeugung jenes Innen.

Diese Todesangst zu händeln ist so verdammt schwer und so verdammt anstrengend, weil alles nach Innen kommunizieren, dass wir ein Attest haben und die Polizei uns nicht einfach so mit nimmt und schon gar nicht foltert, das kommt im Innen nicht an.

Auch wenn wir auf der Terasse sitzen, immer wieder der Blick zu Straße, Höllenangst dass die Polizei gleich kommt um uns mitzunehmen und zu foltern.

Es fühlt sich grauenvoll an und ich weiß nicht, was ich tun kann. Ich scheine das Innen nicht zu erreichen. Wenn es nach dem Innen ginge, müssten wir den ganzen Tag anschauen, wie brutal die Polizei ist und dass sie gerne quälen und dass niemand hilft.

„Niemand wird uns helfen! Sie foltern uns zu Tode!“

So lautet es immer wieder im Innen.

Wie geht ihr mit Todesangst von Innens um? Seit ihr dieser auch so hilflos ausgeliefert?

21 Kommentare zu „Umgang mit Todesangst??

  1. Müsst ihr bei euch denn tatsächlich auch beim Spaziergang an frischer Luft die Masken tragen? Denn hier ist es ja nur in Innenräumen und Öffis so.

    Ich kann euch sagen, dass wir auch ein Thema mit „Polizei“ am Laufen haben und das ist nicht gerade selten, dass Opfern von Gewalt Angst vor der Polizei eingeflößt wird.
    Ist ja auch praktisch *sarkasmus off

    Ich persönlich werte solche Todesängste als emotionale Flashbacks und ja, dann ist man ausgeliefert. Wo so viel Angst herrscht, kann das Hirn nunmal auch nichts aufnehmen. Da helfen logische Argumente kaum. Argumentieren kann man nach meiner Erfahrung dann erst hinterher – wenn man denn dann noch an die jeweiligen Innies dran kommt.
    Was uns bei solcher Art Flashback hilft ist ein kompletter Kontextwechsel.
    Also etwas komplett anderes tun. Raus gehen, eine Runde um den Block ….was auch immer einem da einfällt und was zur jeweiligen Situation am besten passt. Das braucht aber Übung und Suche.

    Ich würde ja eher dazu tendieren euch zu raten, gezielt nach Videos mit netten Polizisten zu suchen – statt sich eine eskalierende Demo anzugucken, wo Gewalt auf allen Seiten vorprogrammiert ist.
    So kann man vielleicht zeigen, dass das eben auch „nur menschen“ sind. Und von denen gibt es wie immer….“doofe“ und nette.

    Liebe Grüße

    Gefällt 3 Personen

    1. Draussen brauchen wir nur tragen wenn wir den Abstand nicht einhalten können, aber dieses Innen kann wohl diese Unterscheidung nicht machen.
      Man MUSS Masken tragen und wenn man es nicht tut kommt die Polizei….
      Danke für eure Worte ❤

      Gefällt mir

      1. Dann hab ich die Frage: Was seht ihr, wenn ihr aus dem Fenster schaut? Gibt es da Menschen, die vorbei kommen? EIne Straße? Irgendwas?
        Ihr könntet euch mal in aller Ruhe ans Fenster stellen und und beobachten. Und vielleicht kann ja auch diejenige mit gucken, was die Menschen da draußen machen?
        Wie viele Menschen auf der Straße lang laufen und wo niemand „kommt“.
        Ziel ist, ihr braucht einen sicheren Platz zum gucken. Damit ihr nicht schon in Angst vor Konsequenzen das im Inneren nicht mehr wahrnehmen könnt, dass gar nichts passiert.
        Wenn ihr von zu Hause nicht so wirklich was sehen könnt vielleicht einen park aufsuchen oder keine Ahnung…. was in der Innenstadt. Setzt eure Maske auf…damit diejenige keine Angst bekommt und dann lasst sie schauen.
        So zumindest würden wir das probieren.

        Liebe Grüße

        Gefällt mir

      2. Wir können von zuHause aus eine Straße sehen. Maske selber aufsetzen geht nicht, triggert zu arg.
        Aber schauen wer da so läuft oder fährt, bissel hinterm Vorhang versteckt, das können wir versuchen…..
        Danke!

        Gefällt mir

      3. Kennt ihr denn schon die quasi neuesten „Masken“ die wie ein Face Shield sind aber eben nur für den Mund/Nasenbereich? Die sind aus Plastik und man kann ganz prima daran vorbei atmen weil die nicht abschließen. Und sie sind durchsichtig. Wir haben ja eine Befreiung und nutzen jetzt die, damit man nicht immer das Attest zücken muss und das funktioniert prima. Nur bei kaltem Wetter beschlagen die halt. Nervt ein wenig ist aber ansonsten eine prima Sache. Nur mal so als Tipp nebenher.

        Gefällt mir

  2. Hallo ihr,
    wir kennen das auch, dass hier solche Dinge gedacht werden.
    Bei Ärzten, Polizisten, Psychologen und so.
    Also bei all den Gruppen, bei denen man Hilfe bekommen könnte.
    und wir wissen bei uns, dass das bewusst inszeniert wurde. Auch mit anderen Personen.

    Manchmal kriegen wir das hin, dass wir das nach innen vermitteln, dass das heute anders ist und dass wir dann viel beobachten, wie die sich heute im Außen verhalten, wenn wir z.B. Polizei sehen.
    bei uns stehen die z.B. oft an der Schule, wenn wir da mit Flip vorbeigehen.
    Da ist im Innen auch totale Angst.

    Und wir wissen dann auch oft nicht, wie wir reagieren sollen und mit dieser Angst umgehen. Wir versuchen dann immer, das „einfach“ auszuhalten.
    Aber oft st das ganz schlimm.
    Wir wissen leider auch keinen richtigen Rat. Aber wir wollten sagen, dass wir das kennen.

    Gefällt 1 Person

  3. Früher, als ich klein war, da hat meine Oma mir auch immer solche Ängste einplflanzen wollen.
    Gedroht, dass der Blitz mich tot macht, wenn er mich sieht.
    Und mit der Polizei und dem Jugendamt.
    Heute denke ich, da war schon damals so ein Innen in mir,, das dann immer *erst recht* genau das tat, was sie verhindern wollte.
    Und das es ausprobiert hat, der Oma zuvorzukommen.
    Das dann erst recht zum Fenster raus sah, um sich dem Blitz zu zeigen.
    Auch zum Jugendamt und der Polizei ging – damit wir das selbstbestimmt tun und NICHT die Oma.

    Und ich versuche das heute noch so, bei Ängsten vor Menschen oder Behörden oder sowas.
    Hingehen, kennenlernen, angucken.
    Die Angst aussprechen – so, wie sie IST.
    Gucken, was dann passiert.

    Oft, wenn man tatsächlich zu irgendwem geht und sagt, dass man Angst vor ihm hat – oder der Gruppe, dessen Teil er ist – kann sich das auflösen.
    Oft reagieren Menschen dann total gut und nehmen dir die Angst.

    Klar – das kann natürlich, theoretisch, auch genau falsch herum laufen.
    Ist mir aber so glaub noch nie passiert.

    Ich weiß nicht, ob ihr auch so ein Innen habt?
    Das sich vorstellen kann, mit all den Ängstlichen an der Hand einfach mal *kennen zu lernen*?
    Fagen zu stellen oder sowas?

    Wir gehen jedenfalls mit Angst und Panik sehr offen um.
    Sagen das immer.
    Und sind oft dann erstaunt, weil Menschen oft doch sehr verständnisvoll sind.
    Und man hierdurch all die Angst in Sicherheit und *Bekanntes* wandeln darf.
    In kleinen Schritten.
    Traurig, dass und wenn Täter oft die wertvollsten Helfer derart zu Monstern erklären.
    Aber klar – auf diese Weise sucht man dort dann niemals Hilfe.

    Gefällt 1 Person

      1. Das tut mir Leid.
        Bei uns sind die irgendwie meist in allergrößter Not da; dann, wenn garnix mehr hilft.
        So, als Retter oder so. Endlösungssuche oder irgendwie so zum Ausgleich vom Loch.

        Ich wünsche Euch von Herzen, dass ihr irgendwo für Euch auch eine Lösung finden könnt.
        Eine gute, hilfreiche, lebendige ❤
        Und ganz viel Kraft ❤

        Gefällt mir

  4. Habt ihr so sehr klare Glaubenssätze wie jetzt zb „„Niemand wird uns helfen! Sie foltern uns zu Tode!““ mal mit diesem Arbeitsblatt von Byron Katie bearbeitet?… Wo die „gewandelt“ werden… Verdreht, ergänzt, Perspektiven gedreht… Uns hat das ne zeitlang mal total geholfen… Spontan assoziiert habe ich zb die Drehung: „JEMAND wird uns helfen“… Aber auch „wir selbst foltern uns zu Tode“… Manchmal sind das dann harte neue andere Sätze, die in uns, klar nicht immer, aber manchmal schon „klick“ gemacht haben und etwas in unserem Denken zurecht geruckelt haben.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.